Frauenstadtführung zum Thema: "Vom Chindsgi bis zum Altersheim: 200 Jahre wohltätiges Wirken in Winterthur"

Ort
Treffpunkt: Winterthur, Römerstrasse 8 (Voliere hinter dem Museum Lindengut),
Datum
06. September 2014 14:45 Uhr

Ein kurzer Rückblick auf den Anlass der IG Frauen vom 6. September 2014.

 

Die Bahnhofshelferin des Vereins „Freundinnen junger Mädchen“ (FJM) hat es eilig: Sie muss dringend einen ihrer Schützlinge abholen. Gott behüte, dass dem Mädchen beim Warten etwas zustösst in der Bahnhofshalle! Frau Stüdlin hat da ganz andere Sorgen. Die Wohnungssuche ist nicht einfach im Winterthur des frühen 20. Jahrhunderts. Zum Glück gibt es ab 1939 die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Winterthur (GWG)…

Frau Stüdlin und die Bahnhofshelferin sind nur zwei von vielen mutigen Frauen aus der Vergangenheit, denen wir am letzten IG Frauen-Stadtrundgang dieses Jahres begegneten. 15 Kolleginnen waren am ersten schönen Frühherbstwochenende nach Winterthur gekommen, um ein Stück Winterthurer Frauengeschichte zu erleben. Drei Führerinnen des Vereins FrauenStadtRundgang Winterthur brachten uns anschaulich und äusserst vergnügt die Rolle der Frauen in der privaten Wohltätigkeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Winterthur näher. Vor den historischen Gebäuden, in denen sich die Geschichte abspielte, erweckten sie mit wenigen Kostümwechseln Frauenfiguren zum Leben, die uns von ihren alltäglichen Freuden und Sorgen berichteten. Die nachgespielten Szenen ergänzten die Führerinnen mit Hintergrundinformationen und Bildern. Auf diese Weise erfuhren wir, wie viel Hilfesuchende den Frauen von damals zu verdanken hatten – und immer noch haben: Viele der privat gegründeten Institutionen wurden später zu zentralen Pfeilern des städtischen Sozialsystems.

Nach dem gemütlichen Rundgang vom Museum Lindengut über die Villa Sträuli und mehrere andere Stationen zum Seniorenzentrum Wiesengrund liessen wir beim Apéro den Nachmittag ausklingen.

 

Anna Haselbach, Regionalsekretärin

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